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5
März
2010

Wider dem Salz

Frühlingsfit statt Winterdreck

Nicht alle gönnen ihrem Zweirad einen ruhigen Winterschlaf bis Rollsplitt und Salz wieder von der Straße weg sind. Wer nicht auf ein Saisonkennzeichen setzt, sondern die Maschine auch noch bei Schneefall nutzt, sie eventuell gleich bei den ersten warmen Sonnenstrahlen (so wie am vergangenen 1. März) im Frühjahr herausholt, hat nach der Fahrt eventuell ein wenig Salz auf dem Motorrad.

Yamaha XS 650 (vermutlich von 1984)
Yamaha XS 650 (vermutlich von 1984)
Da stellt sich die Frage: Was macht man dagegen auf das die eigene Maschine nicht so aussieht wie die Yamaha XS 650, welche ich heute zufällig bei einem Spaziergang in Ulm abgelichtet habe.

Zumindest kann man an ihr gut sehen, was mangelnde Pflege so anrichten kann. Wobei die Sitzbank nicht durch Salz gelitten hat.

Ich kenne übrigens weder den Besitzer der Maschine, noch wie sie zu ihrem derzeitigen Zustand kam. Daher mit bitte keine erbosten E-Mails schicken, wie man so etwas überhaupt zulassen kann.

DeeplinkWas verursacht das Streusalz?

Zurück zum Thema wie die Pflege nach dem Winter beziehungsweise nach Fahrten mit Streusalzrückständen an Motorblock, Rahmen und sonstigen Teilen umgegangen werden sollte.

Zunächst einmal was überhaupt passiert wenn man nicht reinigt. Manche sind der Meinung, dass man den Motorblock nicht reinigen müsse, schließlich sei dieser aus Aluminium und da könnte Salz ja nicht zu Rost führen. Das Aluminium wie viele andere Metalle sehr gerne mit der Umwelt durch Oxidation reagiert, kann auch Aluminium Schaden nehmen. Während Eisen bei Oxidation den bekannten braunen Rost zur Folge hat, wird Aluminium »fleckig« und porös.

Eloxierte und zusätzlich mit Klarlack geschützte und natürlich auch einfach »nur« lackierte Aluminiumflächen bleiben eher unbeeindruckt. Es ist keine besondere Pflege notwendig um die Mischung aus Straßenstaub, Salz und Bremsstaub vom Motorblock zu entfernen. Zumindest so lange nicht, wie die Lackschicht intakt ist.

Was bei beschädigtem Klarlack oder bei blanken Aluminiumteilen passieren kann, sieht man entweder auf dem Bild oben oder auch bei vielen Aluminiumfelgen an PKWs, welche nach dem Winter alles andere als elegant aussehen. Blankes Aluminium wird durch das Salz »angefressen«, daher wird auch von »Alufraß« gesprochen. Letzteres ist häufig auch in Zusammenhang mit Wohnmobilen und Wohnwagen zu lesen, da sich dort das unedlere Metall (die Hülle aus Aluminium) zersetzt, während der Rahmen aus Stahl häufig noch einigermaßen akzeptabel wirkt.

DeeplinkWie die Maschine reinigen?

Das einfachste Reinigungsmittel ist und bleibt schlicht und ergreifend kaltes Wasser. Keine Zusätze und auch nicht angewärmt.

Salz ist wasserlöslich, vom kalten Wasser wird es daher angelöst und einfach weggeschwemmt. Warmes oder gar heißes Wasser (Dampfstrahler) sollte man nicht verwenden, da die Mischung aus Salz und Wasser im warmen Zustand aggressiver wirkt als bei kaltem Wasser.

Nicht alles Wasser samt Salz fließt sofort vom Motorrad hinunter. Manches sammelt sich auch in Ecken und Ritzen und könnte dort sein Unheil gleich weiter verrichten. Insbesondere beim Einsatz von Hochdruckreinigern an Waschstraßen ist nach dem Winter eher abzuraten. Ein Gartenschlauch mit normalem Leitungsdruck (häufig auch an Waschstraßen zu finden) ist in diesem Fall die bessere Wahl.

Für den Sommer gelten natürlich andere »Spielregeln« beim Putzen. Primär sollte es bisher in diesem Blogbeitrag darum gehen, wie man möglichst schonend das Salz wieder von Rahmen, Motor und sonstigen Teilen bekommt ohne es dabei zu verschlimmern.

Zum Entfernen von sonstigen Verschmutzungen ist natürlich der »Motorradreiniger« diverser Hersteller zu empfehlen. Diesen genau nach Bedienungsanleitung verwenden, ansonsten könnte er wie Kaltreiniger die ungeschützten Oberflächen angreifen.

Ich habe zum Entfernen von hartnäckigem Schmutz einfach eine Mischung aus Geschirrspülmittel und Wasser verwendet. Diese anschließend in eine Sprühflasche umgefüllt und gezielt auf das zu reinigende Teil gesprüht. Dauert zwar etwas länger, aber der Erfolg spricht für sich. Mit dieser Methode habe ich auch von meinem vom Vorbesitzer wohl ein Jahr lang nur gefahrenen 125er Roller von Honda auch eine dicke Schicht aus Staub und Fett ablösen können. Siehe da: Es stand tatsächlich Honda auf einer Abdeckung an der Hinterachse.

DeeplinkKonservieren

Bei der Konservierung von Fahrzeugen ist man sich vom Zweirad bis zum vielachsigen LKW einig: Schmieren, Wachsen und Polieren. Bei den diversen Mitteln gehen die Meinungen dann aber auch schon wieder stark auseinander.

Gerne sind Tipps zu lesen, bei denen einfach ein Markenname als Tipp genannt wird. Das es von dem Hersteller vom Felgenreiniger über Glasreiniger, Lackreiniger, Hartwachs und Insektenlöser bis zum Imprägnierungsspray für Cabriodächer alles mögliche im Sortiment gibt, wird häufig übersehen. Aus diesem Grund nenne ich an dieser Stelle keine Markennamen.

Der Schmutz ist runtergewaschen (wie auch immer) und nun soll das Motorrad möglichst lange in dem neuen Glanz erstrahlen. Wie die Kette zu schmieren ist, ist sicherlich jedem Bekannt. Auch hier ist vom Kettenspray bis zum Wälzlagerfett (welches ich bevorzuge) einiges in den Regalen der Schmiermittel zu finden.

Lackierte Teile, welche nicht erhitzt werden wie etwa Tank, Verkleidungsteile und Schutzbleche lassen sich mit Hartwachs konservieren. Die Behandlung führt dazu, dass nicht nur der Lack geschützt wird, sondern sich auch Schmutzpartikel (Insekten, Fettspritzer oder Wasserflecken) sehr einfach entfernen lassen.

Für schwarze Kunststoffteile werden häufig Servicesprays verwendet. Je nachdem welche Spraydose aus dem Regal gegriffen wird handelt es sich um einen Reiniger, welcher dem Kunststoff wieder seine tiefschwarze Farbe zurückgeben soll. Oder aber um eine Dose mit fettig-öligem Inhalt, welche den gleichen Effekt hat, gleichzeitig jedoch eine wunderbare Basis für neuen Staub und Dreck bietet. Dieser lagert sich nämlich gerne an die klebrig-fettigen Oberflächen an.

Die diversen »Kunststoffpflegesprays« welche ich in Motorradgeschäften gesehen haben, erfüllen häufig laut Werbeaufdruck die Kriterien »pflegt, schmiert, schützt«. Bei »schmiert« sollte sich jeder überlegen, ob er es wirklich überall auf die Kunststoffteile sprühen will. Das Zeug zieht wie bereits beschrieben den Staub an, so dass das Motorrad mit der Zeit immer dreckiger aussieht – und zwar schneller als einem lieb ist. So gesehen muss man sich keine Sorgen mehr darüber machen das Motorrad könnte schmutzig werden, denn es wird ja auf jeden Fall nach der Behandlung recht schnell dreckig.

Nachdem das Salz abgewaschen ist, stehen einem sowohl im Fachhandel wie auch im Internet diverse Tipps und Empfehlungen für bestimmte Produkte zur Verfügung. Da es keinen Königsweg für die Motorradpflege bis ins letzte Detail gibt, kann auch ich keinen aufzeigen. Jedoch beim Kauf von Pflegemitteln einfach überlegen was sich über Jahrzehnte hinweg bewährt hat und durchaus die kritischen Anmerkungen bezüglich fettig-öliger »Konservierungssprays« und aggressiver Kaltreiniger beziehungsweiser spezieller aber auch relativ aggressiver Motorradreiniger im Kopf behalten.
Über den Autor dieses Beitrags
Avatar Martin »X_FISH« Schmidt
E-Mail: lqTyhDUyvpzMlMKIhYzEyoJS
Websites: www.x-fish.org www.gaskutsche.de
YBR-125-Besitzer von 05.2009 bis 07.2011
Führerschein seit 07.2011 (A), 08.2009 (A1), 10.1993 (B)
Aktuelle Maschine: '95 Yamaha XJ 600 S / '97 Suzuki GSF 1200
Weitere Informationen: Blog-Startseite
ICQ44570609

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