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9
Februar
2010

Givi Topcase für die YBR

Gebraucht, komplett und günstig

Was ist in der Regel aus Kunststoff, schwarz, einigermaßen aerodynamisch geformt und verunstaltet das Heck von diversen Motorrädern? Richtig: Das gute, alte Topcase.

Die Standardmeinung über ein Topcase sieht wohl in der Regel so aus: »Das geht ja mal gar nicht, wie schaut denn das aus?«. Wenn man aber bedenkt wie viele Maschinen damit samt seitlich montierten Koffern unterwegs sind, scheint die Funktion im Vordergrund zu stehen. Mal abgesehen davon: Mit dem Helm am Arm durch den IKEA zu laufen sieht auch nicht unbedingt elegant aus. Zumindest haben mir das die Blicke der dort Anwesenden verraten.

Die YBR 125 hat in Deutschland stets eine Gepäckbrücke ab Werk. Für das Modell 2010 wurde sie leicht verändert (der Soziusgriff wurde »ergonomischer geformt«, so zumindest laut offizieller Website), die Grundplatte für ein Topcase lässt sich weiterhin problemlos montieren.

Bei den »großen Drei« in Deutschland hatte ich mir bereits einige unterschiedliche Topcase Modelle angeschaut. Entweder waren sie mir zu teuer oder sie waren zu klein oder aber die Optik war einfach nur grausam. Ich habe keine Ahnung wer auf die Idee gekommen ist ein Topcase müsste das Erscheinungsbild eines PKWs zu immitieren. Aber wer zur Hölle montiert sich freiwillig ein Topcase »mit edler Mercedes SLK Optik« für schlappe 80 Euro? Mag ja sein das dies mal wieder den Rollerfahrern unterstellt wird, aber für 80 Euro und dann auch noch dermaßen billig verarbeitet, dass die immitierten Rückleuchten des Mercedes beim Schließen des Deckels beinahe schon herausfallen?

Auch derzeit irgendwie im Trend: Die »dritte-Bremsleuchte«, auch wenn sie nicht wirklich verbaut ist (da in Deutschland nicht zulässig) aber im Zubehörhandel doch tatsächlich zu finden ist. Bitte nicht falsch verstehen. Es gibt meiner Meinung nach durchaus ansprechende Varianten mit einem einfachen roten Bereich auf dem Topcasedeckel. Aber eben relativ schlicht und funktionial. Nicht meinem Geschmack entsprechen eben diese Designer-Topcases mit nachempfundenem PKW-Heck.

Ich will eigentlich nur drei Punkte erfüllt haben: Es soll von Givi, IXS, Kappa oder Moto-Detail sein. Alle vier Hersteller (beziehungsweise Marken) haben eigentlich identische Produkte im Sortiment. Viel wichtiger noch ist, dass sie alle das gleiche Monolock-Befestigungssystem verwenden. Welch Zufall aber auch.

Möchte man irgendwann einmal ein größeres Topcase (oder ein kleineres) befestigen, kann man einfach zu einem Case dieser Hersteller greifen. Zudem bin ich von der Qualität überzeugt.

Givi Topcase (ca. 30 Liter)
Givi Topcase (ca. 30 Liter)
Daher hatte ich auch keine Skrupel ein älteres, gebrauchtes Topcase mit »altersbedingten Gebrauchsspuren« und ein paar Aufklebern darauf zu erwerben.

Kostenpunkt: 15,40 Euro inklusive Porto und Verpackung.

Und das dann auch noch ohne »Bremsleuchtenoptik«.

Ein Integralhelm im Topcase von Givi
Ein Integralhelm im Topcase von Givi
Das Topcase in geöffnetem Zustand
Das Topcase in geöffnetem Zustand


Es hat im Inneren zwar einige Gebrauchsspuren und auch Außen ist wohl mindestens einmal das mit dem Topcase verbundene Zweirad mal ein wenig über den Asphalt geschlittert, aber das Topcase funktioniert noch immer einwandfrei.

Für das zweite Bild habe ich meinen »Visierspenderhelm« aus dem Regal genommen. Wie man gut sehen kann, passt der Helm saugend-schmatzend in das Topcase. Also genau wie gewünscht. Natürlich wird sich im Falle das ich eben dies vorhabe noch ein bischen Stoff als Polsterung mit im Topcase befinden. Man möchte ja nicht das der teure Helm oder gar das Visier Kratzer bekommt.

Das patentierte Monolock-System
Das patentierte Monolock-System
Anzutreffen bei Givi, Kappa, IXS und Moto-Detail
Anzutreffen bei Givi, Kappa, IXS und Moto-Detail


Was mir an den Topcases und Koffern von Givi, Kappa, IXS und Moto-Detail so gefällt: Das Monokey- und Monolock-System. Nicht nur das die Produkte untereinander ausgewechselt werden können, das Verriegelungsprinzip ansich ist schon einen Blick wert.

Die Mechanik vom Schloss ist aus Metall, wird jedoch vom Kunststoff des Topcase verdeckt. Im Gegensatz zu Produkten anderer Hersteller wird über ein Schloss die Verriegelung mit dem Grundträger sowie des Topcases beziehungsweise Koffers gelöst.

Der breite Verschluss wird am Deckel eingehakt. Danach wird der untere Teil des Verschlusses an das Topcase gedrückt, der Deckel dabei automatisch an die untere Schale gezogen.

Wird das Schloss nun verriegelt, ist nicht nur das Topcase verschlossen, sondern auch der Einrastmechanismus in die Grundplatte ist blockiert. Das Topcase sozusagen sowohl verschlossen wie auch angeschlossen.

Die folgenden drei Bilder sind in der Reihenfolge des Öffnens sortiert:

Verschlossenes Topcase von Givi
Verschlossenes Topcase von Givi
Entriegelter Verschluss am Topcase
Entriegelter Verschluss am Topcase


Das Topcase mit geöffnetem Deckel
Das Topcase mit geöffnetem Deckel
Der Ablauf beim Öffnen:
  1. Schlüssel ins Schloss
  2. Schlüssel nach rechts drehen
  3. Klappe unten nach vorne ziehen und nach oben schieben
  4. Verschluss oben nach vorne klappen
  5. Deckel aufklappen


In ein paar Foren konnte ich lesen, dass sie den Verschlussmechanismus der Koffer von Givi »kompliziert« finden, insbesondere weil nicht angeschrieben ist welche Schlüsselstellung was bedeutet. Oder es wird eine nicht vorhandene Gummidichtung bemängelt.

Diese beiden Kritikpunkte kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Von all den Schlössern, welche ich mir so angeschaut hatte, hatte mich das Konzept und die Umsetzung von Givi sofort voll und ganz überzeugt.

Was es die nicht angeschriebene Schlüsselstellung anbelangt: Ist kein Schlüssel drin, ist das Schloss verriegelt. Ist das Schloss nicht verriegelt, kann der Schlüssel nicht abgezogen werden. Was soll man da noch großartig beschriften? Womöglich noch viersprachig?

Bezüglich der nicht vorhandenen Gummidichtung kann ich nur soviel sagen: Ich hatte meine Handschuhe in einem anderen Modell von Givi liegen als es nicht nur einen Platzregen gab, sondern dieser auch noch von Hagel gekrönt wurde. Ich hatte kein Wasser im Topcase und die Handschuhe blieben auch trocken. Nun gut, da wurde das Zweirad ja auch nicht bewegt. Aber auch bei Regenfahrten hatte ich keinen Wassereinbruch im Topcase. Mal abgesehen davon gibt es ja noch immer die Möglichkeit alles zusätzlich in eine Plastiktüte zu stecken.

Am Topcase verriegelter Grundträger
Am Topcase verriegelter Grundträger
Topcase mit entriegeltem Grundträger
Topcase mit entriegeltem Grundträger


Nun zum Grundträger. Es gibt ihn in diversen Varianten und mit einigen unterschiedlichen Befestigungslösungen. Die ältere Variante, welche beim gebraucht gekauften Topcase mit dabei war, sagt mir persönlich mehr zu als die neue Variante mit durchgehend geschlossener Platte.

Der Grund dafür ist einfach: Während ich bei der Variante wie ich sie nun besitze noch zwischen den Streben durch bis zur Gepäckbrücke greifen kann, bleibt anderen nur noch die Möglichkeit direkt an der Halterung für das Topcase zu greifen.

Original Givi Grundträger (älteres Modell)
Original Givi Grundträger (älteres Modell)
Was nun noch fehlt ist gutes Wetter. Bei mir vor der Haustüre liegt noch immer Schnee und Eis. An eine Fahrt ist gar nicht zu denken. Die noch immer ausstehende Fotosesion von meiner YBR im Originalzustand muss ebenfalls noch weiter verschoben werden.

Ich hoffe im März ist es dann endlich soweit und man kann wieder die Straßen schneefrei genießen.

Ach ja, da wäre ja noch etwas: Das oben erwähnte »andere Modell« von Givi war ein als IXS Prestige verkauftes Topcase, welches an meinem Honda Spacy verbaut war. Ohne Grundträger, dafür einfach mittels drei Schrauben durch den Boden fest mit dem Roller verbunden. Das Alter des Cases hat vermutlich zum Roller gepasst (also von Mitte der 1990er Jahre). Es war zwar ausgebleicht und hier und dort angeschlagen, dennoch war es noch immer voll funktionsfähig.

Gebrauchte Topcases gibt es gerade jetzt im Winter günstig zu kaufen – und es gibt sie im sprichwörtlichen Sinne wirklich »wie Sand am Meer«. Der einzige Haken: Die meisten angebotenen Topcases haben keine Grundplatte mit dabei. Diese wurde vermutlich schon viele Monate (oder Jahre) zuvor mit dem Zweirad verkauft während das Topcase irgendwo auf dem Speicher oder im Keller vor sich hin geschlummert hat.

Lohnt sich der Kauf eines Topcase ohne Grundplatte? Eine Universal-Grundplatte für das Monolock-System schlägt mit etwa 30 Euro zu Buche. Gebraucht erhält man die Platten auch einzeln, dann jedoch in der Regel für etwa 15 Euro zuzüglich Versandkosten, also wiederum zwischen 20 und 23 Euro (je nachdem wie viel für Porto und Verpackung verlangt wird). Ob sich das mit einem separat gekauften Topcase noch rechnet muss jeder selbst wissen. Neu kostet ein Givi Topcase mit 30 l Fassungsvermögen rund 60 Euro.

Irgendwann in den nächsten Tagen wird übrigens noch ein zweites Topcase bei mir eintreffen. Eigentlich hatte ich nur »aus Spaß« einen Euro darauf geboten. Da kein weiteres Gebot abgegeben wurde, bekomme ich nun ein weiteres Topcase, natürlich passend zur Monolock-Halterung. Ich werde berichten was man für einen Euro zuzüglich Porto so bekommen kann.

Abschließend noch eine Weisheit von einem befreundeten Motorradbesitzer:

»Wenn du wegfährst und auf dem Zeltplatz übernachten willst, dann pack' dir irgendwas ins Topcase was du für die Nacht brauchst. Das ist dann nämlich leer wenn du schlafen willst und schon hast du einen sicheren Platz für den Helm. Ansonsten ist wie bei mir: Irgendwas im Topcase und morgens war mangels Helmsack auch irgendwas im Helm: Käfer, Grashüpfer oder Spinnengetier!«.
Über den Autor dieses Beitrags
Avatar Martin »X_FISH« Schmidt
E-Mail: lqTyhDUyvpzMlMKIhYzEyoJS
Websites: www.x-fish.org www.gaskutsche.de
YBR-125-Besitzer von 05.2009 bis 07.2011
Führerschein seit 07.2011 (A), 08.2009 (A1), 10.1993 (B)
Aktuelle Maschine: '95 Yamaha XJ 600 S / '97 Suzuki GSF 1200
Weitere Informationen: Blog-Startseite
ICQ44570609

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