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25
März
2011

Helmarten im Überblick

Grundlegende Informationen, keine Kaufberatung

Die Auswahl ist riesig: Integralhelme, Crosshelme, Klapphelme, Jethelme und sogenannte »Brain Caps« – all das gibt es zu kaufen, da verliert der Informationssuchende vor dem Kauf schnell den Überblick.

Bei jeder Fahrt zwangsläufig mit dabei: Der Helm
Bei jeder Fahrt zwangsläufig mit dabei: Der Helm
Manche Helme sind für bestimmte Motorradarten sozusagen prädestiniert. Mal im Schnelldurchlauf:

Wer einen Chopper oder Roller fährt, greift vermutlich lieber zum Jethelm.

Wer eine Maschine mit groben Stollenreifen abseits der öffentlichen Straßen fährt, wird zum Crosshelm greifen.

Integralhelme passen eigentlich irgendwie zu allem, sind aber natürlich für Fahrerin beziehungsweise Fahrer von Maschinen mit sehr sportlichem Auftreten unerlässlich.

Klapphelme sind für jene, welche die Vorteile eines Integralhelms mit dem eines Jethelms kombinieren wollen.

Ein wenig flach formuliert, allerdings durchaus der Realität entsprechend. Neben der reinen Funktionalität spielt auch Modebewusstsein bei der Wahl des Helms eine wichtige Rolle bei vielen Käufern. Daher nun die Vor- und Nachteile der einzelnen Helmtypen im Überblick.

Deeplink Integralhelm

Integralhelm
Integralhelm
Der Integralhelm passt – wie oben schon geschrieben – eigentlich zu jeder Maschine wenn sie auf der Straße bewegt wird. Abseits der Straße kommt die Sonderform Crosshelm zum Zuge, welche im Prinzip ebenfalls ein Integralhelm ist.

Herausragendes Merkmal des Integralhelms ist der vollständige Schutz von Kopf und Gesicht.

Da er aus diesem Grund auch rundherum passen muss, ist teilweise eine längere Suche nach dem passenden Helm notwendig, welcher nicht an den Schläfen, am Kinn oder den Wangenknochen drückt oder zu locker sitzt.
Vorteile Nachteile
Kinn- und Gesichtspartie bestmöglich geschützt

Sehr guter Schutz vor Wind, Regen, Insekten und Steinschlag

In der Regel ein »leiser Helm« da aerodynamisch geformt

Sichtfeld eingeschränkter als bei anderen Helmformen

Genaue Passform sehr wichtig, daher gerade bei Brillenträgern oftmals lange Suche nach dem Passenden Modell (mit sogenanntem »Brillenkanal« für die Bügel)

In einem Topcase teilweise nur schwer unterzubringen

Deeplink Crosshelm

Crosshelm
Crosshelm
Der Crosshelm ist genau genommen auch ein Integralhelm. Allerdings ein für den Zweiradspaß abseits der Straße modifizierter Integralhelm.

Er umschließt ebenfalls den Kopf und die Kinnpartie, wird aber in der Regel ohne Visier angeboten. Stattdessen wird eine Brille zum Schutz der Augen getragen.

Durch die Trennung von Mund beziehungsweise Nase und der Brille läuft diese beim Atmen nicht an.
Vorteile Nachteile
Kinn- und Gesichtspartie gut geschützt

Luftige Bauweise ermöglicht leichteres Atmen während der anstrengenden Manöver im Gelände

Guter Schutz vor Insekten und Steinschlag

Sichtfeld eingeschränkter als bei anderen Helmformen durch die Verwendung der Brille

Eher schlechter Schutz vor Regen

Genaue Passform sehr wichtig, daher gerade bei Brillenträgern oftmals lange Suche nach dem Passenden Modell (mit sogenanntem »Brillenkanal« für die Bügel)

In der Regel ein »eher lauter Helm«, da Verwirbelungen durch die vielen Kanten entstehen können

In einem Topcase häufig nur schwer unterzubringen (aufgrund Schild und größere Kinnpartie)

Deeplink Klapphelm

Klapphelm
Klapphelm
Der Klapphelm ist ebenfalls eine Sonderform des Integralhelms. Daher bietet auch er den vollständigen Schutz von Kopf und Gesicht.

Die Besonderheit des Klapphelms: Die Kinnpartie kann nach oben geklappt werden und das Gesicht liegt dann vollständig frei.

Dadurch ergibt sich die Möglichkeit beispielsweise während Pausen den Helm nicht absetzen zu müssen wenn man etwas Essen oder Trinken oder sich einfach nur verständlich mit dem Gegenüber unterhalten möchte.

Bei den meisten Klapphelmen darf die Kinnpartie während der Fahrt nicht nach oben geklappt sein. Es gibt Ausnahmen, die sind jedoch sehr selten. Daher dient die Klappfunktion nur während dem An- und Ausziehen sowie während Pausen als praktische Funktionserweiterung.
Vorteile Nachteile
Kinn- und Gesichtspartie bestmöglich geschützt

Sehr guter Schutz vor Wind, Regen, Insekten und Steinschlag

Klappmechanismus erleichtert Handling, beispielsweise beim Aufsetzen oder in Pausen

In der Regel ein »leiser Helm« da aerodynamisch geformt

Sichtfeld eingeschränkter als bei anderen Helmformen

Genaue Passform sehr wichtig, daher gerade bei Brillenträgern oftmals lange Suche nach dem Passenden Modell (mit sogenanntem »Brillenkanal« für die Bügel)

In einem Topcase teilweise nur schwer unterzubringen

Klappmechanismus macht ihn im Vergleich zum Integralhelm teuer in der Anschaffung

Deeplink Jethelm

Jethelm
Jethelm
Jethelme sind sozusagen die direkten Nachfahren der Lederkappen und Halbschalen wie sie in den 1950er und 1960er Jahren als »Sturzhaube« üblich waren.

Der Helm verfügt über keinen Schutz der Kinnpartie, dadurch ist er allerdings auch deutlich luftiger und gerade bei Rollerfahrern in der Stadt sehr beliebt.

Auch auf nostalgischen Zweirädern wird der der Jethelm ohne jegliches Visier und dafür mit einer »Fliegerbrille« gerne der Optik halber getragen. Aufgrund des zeitgenössischen Designs gehört für viele der Jethelm auch zu aktuellen Vertretern der Motorradsparte »Chopper«.

Jethelme haben entweder ein Visier welches zumindest die Augen bedeckt oder aber bis zum Kinn reicht. Alternativ werden auch Jethelme ohne Visier getragen, in dem Fall wird eine Schutzbrille getragen. Optisch ansprechend sind auch Sonnenbrillen jeglicher Art.

Durch den Fehlenden Kinnschutz und dem Visier, welches nur wenig bis gar keinen Schutz bei einem Unfall bietet, sind Jethelme bezüglich der Sicherheit den Integralhelmen unterlegen.

Was beim Aufprall einer Hummel bei Tempo 80 km/h mit einer coolen aber eben auch »sehr günstigen« Sonnenbrille mit nicht bruchfestem Glas/Kunststoff passiert darf sich jeder selbst ausmalen.
Vorteile Nachteile
Leicht und luftig zu tragen

Fehlen der Kinnpartie erleichtert Handling, beispielsweise beim Aufsetzen oder in Pausen

Sichtfeld weiter als bei anderen Helmformen
Mäßiger bis gar kein Schutz von Gesicht und Kinnpartie

Ohne Visier/Brille nicht für höhere Geschwindigkeiten geeignet

In der Regel recht laut da viele Verwirbelungen auftreten

Noch ein kleiner Nachtrag: Wenn man sich durch die Kataloge mit Helmen blättert wird der Jethelm auch manchmal als »Halbschale« bezeichnet. Da die »echten Halbschalen« aus den 1950er und 1960er Jahren tatsächlich eher die Form von einer halben Kugel hatten (die Ohren waren von Leder bedeckt) führe ich die Jethelme nicht als »Halbschale«.

Helme wie sie von Piloten zur gleichen Zeit und auch heute getragen wurden verdecken die Ohren vollständig und die Helme sind auch im Nacken tiefer gezogen.

Für andere ist und bleibt der Jethelm eine »Halbschale«. Nun aber weiter zu der Halbschale wie ich sie definiert habe.

Deeplink »Brain Cap« beziehungsweise Halbschale

Brain Cap beziehungsweise Halbschale
»Brain Cap« beziehungsweise Halbschale
Die martialisch Optik macht die sogenannten »Brain Caps« für manche Fahrerinnen und Fahrer interessant. Kleiner als so mancher Fahrradhelm und in der Regel mit so gut wie keiner Schutzwirkung.

Die »Brain Caps« sind noch weiter ausgeschnitten als die Halbschalenhelme wie sie beispielsweise vom Hersteller Cromwell in den 1950er Jahren angeboten wurden.

Vorteile Nachteile
Sehr freies Sichtfeld

Sehr schlechter Schutz von Kinn, Gesicht und Gesichtsseiten

Schlecht bei Wind, Regen, Insekten oder Steinschlag da kein Schutz vorhanden

Sehr laut, da die Gehörgänge in der Regel gar nicht oder nur mit Leder abgedeckt sind.

Keine nach ECE 22.05 geprüften Modelle auf dem Markt, da sie die Mindestanforderungen nicht erfüllen könnten

Obwohl die Helme die Prüfung nach ECE 22.05 nicht bestehen, werden sie von Händlern in Deutschland angeboten. Daher werden sie auch als »Motorradhelm« getragen.

Dies ist aufgrund einer etwas schwammigen Formulierung in § 21a StVO möglich, weiter unten mehr dazu. Im europäischen Ausland kann das Fahren mit einer Halbschale beziehungsweise einem »Brain Cap« daher als Fahren ohne Helm bewertet und entsprechend bestraft werden.

Ein wichtiger Hinweis: Sollte es bei einem Unfall zu Verletzungen kommen, können Versicherungen (auch die gegnerische Haftpflichtversicherung wenn der Unfall nicht selbst verschuldet war) sich darauf berufen aufgrund unzureichender Schutzbekleidung nicht für sämtliche Folgekosten (Operationen, etc.) aukommen zu müssen.

Deeplink Helmpflicht in Deutschland

§ 21a Abs. 2 StVO (Fassung ab 01.01.2006):

(2) Wer Krafträder oder offene drei- oder mehrrädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h führt sowie auf oder in ihnen mitfährt, muss während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen. Dies gilt nicht, wenn vorgeschriebene Sicherheitsgurte angelegt sind.

Demnach muss man einen »geeigneten Schutzhelm« tragen. Was aber ist ein »geeigneter Helm«? Die Formulierung bis zum 31.12.2005 lautete »amtlich genehmigte Schutzhelme«. Was dies damals verursacht hat und wie man damals auch einen »amtlich genehmigten Feuerwehrschutzhelm« hätte tragen können ist bei www.verkehrsportal.de in einem Beitrag[1] nachzulesen.

Die einhellige Meinung ist, dass ein »amtlich geprüfter Motorradschutzhelm« in jedem Fall ein nach § 21a Abs. 2 StVO »geeigneter Schutzhelm« ist. Aber es gibt nicht nur eine Prüfnorm. Eine kleine Auswahl[2]:

In Deutschland würde man mit einem nach oben genannter Normen zertifizierten Schutzhelm beim Einspruch gegen einen Bescheid höchst­wahr­scheinlich Recht bekommen und müsste die 15 Euro wegen der Ordnungs­widrigkeit (Nr. 101 im Bußgeldkatalog) nicht bezahlen. Allerdings ist dies mit viel Ärger, Papierkram und Zeitaufwand verbunden. Sollte einem auch noch die Weiterfahrt untersagt werden steht man mit seinem alten Helm irgendwo in der Pampa und hat noch weiteren Diskussionsbedarf.

Sobald man Deutschland mit einem solchen Helm verlässt wird es unter Umständen noch heftiger. Wer in Italien ohne ECE-geprüften Helm kontrolliert wird, bekommt die volle Härte des langen Arms des italienischen Gesetzes zu spüren: Zwischen 70 und 300 Euro und 60 Tage Verwahrung für die ohne (zulässigem) Helm geführte Maschine. Da wird der Italienurlaub auf zwei Rädern drastisch ausgebremst. Ob noch ECE 22.04 ausreicht oder schon ECE 22.05 Pflicht ist sollte vor der Italienreise noch einmal überprüft werden.

So oder so sollte man eigentlich nur eine Regel im Kopf behalten und diese bei jeder Fahrt berücksichtigen:

Dress for the slide, not for the ride!

Ich kann zwar nachvollziehen, dass ein schicker Cromwell auf dem Kopf des Fahrers einer BMW R 27 einfach nur genial aussieht... Aber während der Fahrt würde ich persönlich dann doch den Stilbruch begehen und mit Integralhelm fahren. Für die Fotosession kann der Cromwell ja wieder aufgesetzt werden.

Woran erkennt man die ECE-Zertifizierung?

Die meisten Helme haben einen Aufkleber auf der Hüllen auf dem die ECE-Norm angegeben ist. Allerdings ist dieser Aufkleber nicht ausschlaggebend bei einer Kontrolle. Es zählt was für eine Kennzeichnung im Helm, in der Regel am Kinnriemen, vorhanden ist. Als Beispiel was die Kennzeichnung aussagt verwende ich jene von meinem HJC AC-11.

ECE-22.05 Kennzeichnung am HJC AC-11
ECE-22.05 Kennzeichnung am HJC AC-11
Erklärung:

E1: Prüfstelle, die »1« besagt das die Prüfung in Deutschland erfolgt ist

05: Prüfnorm, somit 22.05

300140: Homologationsnummer

P: »Kinnprüfung« erfolgt

Selbst wenn also – aus welchem Grund auch immer – der Aufkleber auf der Helmrückseite »verloren gegangen ist«, ist kein Grund zur Panik vorhanden. Sollte der Helm nirgendwo eine Kennzeichnung haben, wird es allerdings problematisch.

Da die Aufnahmen der Kennzeichnung in meinem HJC AC-11 nichts geworden sind muss als Beispiel der Kinnriemen eines IXS HX 240 herhalten.

ECE 22.05 Kennzeichnung in einem IXS HX 240
ECE 22.05 Kennzeichnung in einem IXS HX 240
Erklärung:

E13: Prüfstelle, die »13« besagt das die Prüfung in Luxemburg erfolgt ist

05: Prüfnorm, somit 22.05

0166: Homologationsnummer

P: »Kinnprüfung« erfolgt

Deeplink Der Preis eines Helms – auch ein Kriterium?

Die Frage kann natürlich mit einem klaren »Ja« beantwortet werden. Natürlich ist der Kaufpreis auch ein Kriterium bei der Auswahl eines Helms. Jedoch kann man die Frage aus zwei unterschiedlichen Gesichtspunkten betrachten:

Helme werden geprüft und mit einem entsprechenden Siegel/Vermerk versehen. Aktuell ist die ECE 22.05 die gültige Prüfnorm für Helme in Europa. Helme mit der Prüfnorm ECE 22.04 dürfen übrigens seit 2004 nicht mehr neu in den Handel gebracht werden. Wie schon oben geschrieben gibt es in Deutschland zwar keine Vorschrift das der getragene Helm dieser Norm entsprechen muss, jedoch bekommt man – abgesehen vom Billigstpreissegment (und den »Brain Caps«) – keine Helme mehr ohne diese Kennzeichnung.

Wenn man den Prüfsiegeln auf den Helmen glauben darf haben sie alle die Prüfnorm erfüllt und schützen standardisiert gut. Die Preisunterschiede haben allerdings nicht nur mit der Sicherheit, sondern auch beziehungsweise gerade mit der Haptik und den Funktionen des Helms zu tun.

Auf den Preis wirkt sich auch das Herstellungsverfahren, das verwendete Material und zusätzliche Funktionen aus. Ein Helm mit höherem Entwicklungsaufwand, da er möglichst geräuscharm während der Fahrt sein soll, mit einer integrierten Sonnenblende aufwarten kann und obendrein aus hochwertigerem Material besteht – zum Beispiel statt einer Schale aus ABS eine mit deutlich teurerem Fiberglasverbund, teilweise mit Carbon- und/oder Dyneema-Fasern –, kostet eben auch mehr.

Auch die Polsterung beziehungsweise aus welchem Material selbige besteht wirkt sich sicherlich auch auf den Preis aus.

Ein günstiger Helm muss somit nicht zwangsläufig schlechteren Schutz bieten als ein Modell mit dem achtfachen Preis. Allerdings ist er eventuell lauter, die Polster sind nicht so angenehm auf der Haut und Zubehörteile (Visier, Visiermechaniken) sind später teurer oder auch überhaupt nicht mehr erhältlich.

Deeplink Material des Helms

Wenn nicht alle gängigen Materialen fest genug wären einen guten Schutz zu bieten, würden auch Helmschalen aus »günstigeren Materialien« beim Test nach ECE 22.05 versagen. Demnach sind auch preiswerte Helme, welche aus günstigeren Materialien bestehen und aus einfacheren Herstellungsprozessen entstammen in der Regel »sicher genug«.

Interessant wird es allerdings wenn man sich anschaut wie lange Helme in Abhängigkeit vom für die Schale verwendeten Materialien maximal verwendet werden sollen.

Schale aus Polycarbonat (Thermoplast): IXS HX 240
Schale aus Polycarbonat (Thermoplast): IXS HX 240
ECE-22.05-Prüfsiegel auf einem IXS HX 240
ECE-22.05-Prüfsiegel auf einem IXS HX 240


Als Thermoplasten werden Kunststoffe bezeichnet, welche unter Hitzeeinwirkung leicht zu formen sind. Daher sind solche Helmschalen in der Regel im Spritzgussverfahren hergestellt. Dies ist eine einfache und kostengünstige Herstellungsart, daher sind die Herstellungskosten entsprechend niedrig.

Der Nachteil solcher Helme ist, dass das Material relativ schnell altert und sich die Materialeigenschaften verändern. Im Laufe der Zeit wird der Helm daher »schlechter« (salopp formuliert). UV-Strahlung, welche natürlich bei jeder schönen Sommerfahrt auf den Helm einwirkt, wirkt dabei beschleunigend auf die Materialalterung/-ermüdung. Sollte man einen Helm mit Thermoplastschale zu nahe an den heißen Auspuff der Maschine hängen erlebt man unter Umständen auch eine böse Überraschung, da sich die Schale durch die Hitze des Auspuffs verformen kann.

Konstruktionsbedingt sind die Helmschalen aus Thermoplasten nicht so fest wie jene aus laminierten, faserverstärkten Duroplasten.

»Fiber Glass« beim HJC AC-11
»Fiber Glass« beim HJC AC-11
ECE-22.05-Prüfsiegel auf einem HJC AC-11
ECE-22.05-Prüfsiegel auf einem HJC AC-11


Zu den Duroplasten gehört das Material von im Schichtverfahren hergestellter Helmschalen. Nach der Aushärtung kann das Material anders als bei den Thermoplasten nicht mehr verformt werden. Durch die aus unterschiedlichen Fasern beziehungsweise Fasermischungen entstandene Struktur sind die Helme sehr haltbar. Es kann davon ausgegangen werden das die Helmschale eine Lebensdauer von 10 Jahre oder mehr hat. Zuvor wird allerdings vermutlich der Verschleiß des Innenleben des Helms (Polsterung, Dämpfungselemente) zu einem Austausch des Helms zwingen.

Deeplink Überalterte Helme

Ein Helm mit Duroplast-Schale ist also sehr lange haltbar, ein Helm mit Thermoplast-Schale auch einige Jahre. Was passiert überhaupt wenn der Helm altert, dabei aber im UV-Dichten Beutel beziehungsweise im Schrank daheim gelagert wurde?

Nicht nur die Helmschale altert, auch das Innenleben leidet mit der Zeit an Altersschwäche. Als Beispiel hierfür nehme ich einen Shoei RS 200 aus den 1990er Jahren. Seinerzeit einer der besten Helme auf dem Markt (nach den Testberichten zu schließen), unter anderem weil er auch bei hohen Geschwindigkeiten nur wenig Windgeräusche verursacht hat.

Shoei RF 200
Shoei RF 200
Mit 1650 Gramm nicht gerade ein Leichtgewicht
Mit 1650 Gramm nicht gerade ein Leichtgewicht


Von Außen sieht der etwa 15 Jahre alte Helm eigentlich gar nicht so schlecht aus. Allerdings zerbröselt die Polsterung im Inneren schon beim leichten Berühren mit der Fingerkuppe.

Da helfen auch nicht die Prüfkennzeichen von OMK/ONS oder der Nachweis der ECE-Prüfung im Helmfutter.

OMK/ONS-geprüft (heute DMSB)
OMK/ONS-geprüft (heute DMSB)
Schon damals »E-geprüft«
Schon damals »E-geprüft«


Bei jeder Fahrt zwangsläufig mit dabei: Der Helm
Zeitgemäßer Verschluss: Drucktaster
Der Helm ist auch bei guter Lagerung (dunkel, trocken aber nicht zu trocken und nicht zu kühl) gealtert, die Weichmacher haben sich aus den Kunststoffen verflüchtigt.

So wie es der Polsterung ergangen ist, ist es vermutlich auch der Hülle und dem Material ergangen, welches eigentlich die Schläge bei einem Aufprall abfangen soll.

Daher ist der gute, alte Shoei RS 200 noch als dekoratives Element zu gebrauchen, seine aktive Zeit als sicherer Schutzhelm ist definitiv vorbei.

Deeplink Verschluss des Helms

Es gibt diverse Verschlüsse für den Kinnriemen beim Helm. Ob Walzenschloss, Tastenschloss oder Doppel-D, die meisten sind sicher und halten den Helm fest auf dem Kopf.

Gerade von Fahranfängern werden Tastenschlösser wie man sie auch vom Gurt beim PKW kennt bevorzugt. Sie suggerieren zunächst mehr Sicherheit als ein Doppel-D-Verschluss mit zwei Metallösen und einem einfachen Riemen.

Drucktaster eines IXS HX 240
Drucktaster eines IXS HX 240
Doppel-D-Verschluss eines HJC AC-11
Doppel-D-Verschluss eines HJC AC-11


Da der Doppel-D-Verschluss immer richtig sitzt und auch im Rennsport (z.B. MotoGP) inzwischen der einzig zugelassene Verschluss ist, ist meine Meinung klar: Doppel-D und fertig.

Ich bin auch mit Helmen mit Tastenschloss gefahren. Aufsetzen, nachjustieren, erneut aufsetzen... Und alles nur weil man wegen dem Wetter mit Sturmhaube gefahren ist... Mit Doppel-D einfach einfädeln, festziehen und fertig.

Ein paar Vorteile im Schnelldurchlauf:

Wie der Verschluss am Helm im Falle eines Doppel-D-Verschluss bedient wird, habe ich schon in einem anderen Blog-Beitrag erklärt. Einfach auf den Link klicken.

Über den Autor dieses Beitrags
Avatar Martin »X_FISH« Schmidt
E-Mail: lqTyhDUyvpzMlMKIhYzEyoJS
Websites: www.x-fish.org www.gaskutsche.de
YBR-125-Besitzer von 05.2009 bis 07.2011
Führerschein seit 07.2011 (A), 08.2009 (A1), 10.1993 (B)
Aktuelle Maschine: '95 Yamaha XJ 600 S / '97 Suzuki GSF 1200
Weitere Informationen: Blog-Startseite
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