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4
Januar
2010
Schuhwerk auf dem Motorrad
Die Qual der Wahl
Wer sich von dieser Seite eine allumfassende
Motorradstiefelberatung erhofft wird leider enttäuscht
werden. Ich möchte hier lediglich ein paar Möglichkeiten
vorstellen welche ich selbst nutze und auch vor drei
Varianten warnen, welche ich für »motorraduntauglich« halte
(Stiefel mit Stahlkappen, Discounter-Stiefel und
Turnschuhe).
Eine Beratung in einem Fachgeschäft kann durch nichts ersetzt
werden – außer durch die Beratung in einem anderen
Fachgeschäft.
Die Reihenfolge der Bilder ist nicht rein zufällig. Von oben
nach unten mit dem Alpinestars Tech 6 sozusagen der
»Overkill«, während der normale Adidas Hallenfußballschuh
»Samba« die rote Laterne als »geht mal gar nicht«-Variante
darstellt.
Generell gilt wie immer bei der (Motorrad)Bekleidung, dass
der gute Sitz vor Optik und Farbwunsch zu stellen ist.
DeeplinkAlpinestars Tech 6
Alpinestars Tech 6 in weiß
Nein, er passt eigentlich wirklich nicht zur Yamaha YBR
125. Sein Einsatzgebiet ist die Motocrossstrecke. Entwickelt
wurde er für Enduro- und Motocrossenthusiasten, daher bietet
er für den Fuß auch dementsprechend guten Schutz.
Die Liste der Ausstattungs- und Sicherheitsmerkmalen ist
lang.
Bei einem Preis von etwa 280 € kann gibt es auch einiges zu
erwarten: Eine Randstoßplatte an der Stiefelspitze, vier
individuell einstellbare Schnallen (ähnlich jenen von
Skischuhen), ein Schienbeinschutz in Form einer
Kunststoffplatte, Schutz für Knöchel und Fersen und das
ganze in einer stabilen und dennoch nicht bleischweren
Mischung aus Kunststoff, Leder und Metall.
Da es im harten Einsatz normal ist, dass Teile kaputt gehen,
gibt es für die Tech-Modelle von Alpinestars viele
auswechselbare Einzelteile. Schnallen, Sohlen und die
Randstoßplatte können separat nachgekauft und ausgetauscht
werden. Dabei stellt die Sohle einen besonderen Fall dar. Da
die Abnutzung primär im mittleren Bereich der Sohle
stattfindet, ist dieser Bereich separat erhältlich. Man muss
nicht die komplette Sohle erneuern wenn »nur« die Mitte eine
Erneuerung notwendig hat.
Ein durchdachter, sicherer Stiefel für den harten Einsatz.
Ich bin beim Lesen von Testberichten immer wieder darauf
gestoßen, dass sich ein solcher Stiefel auch für
»Tourenfahrer« lohnen könnte. Auch bei Fahrern keiner Enduro
oder Crossmaschine würde die Sicherheit, welche der Stiefel
mit sich bringt, ein großes Plus sein.
So lange man nicht absteigt mag das ja schon stimmen, jedoch
ist der Fuß dermaßen »gut verpackt«, dass ein wirklich
bequemes Gehen eher unmöglich wird. Es ist ein Stiefel zum
Fahren, nicht um (längere) Strecken damit gehen zu
können.
Wer also gerne mal während der Fahrten absteigt um die
Landschaft genießen zu können, eventuell dazu wiederum einige
hundert Meter in der Landschaft umherspazieren will, sollte
dafür wohl ein zweites Paar Schuhe mitführen.
Abschließend daher noch zwei Punkte. Zunächst muss ich wohl
schreiben, dass ich die Stiefel nicht verwende. Ich habe sie
lediglich für das Foto angezogen und mich auf meine YBR
gesetzt. An den Zehen waren mir die Stiefel etwas zu eng.
Persönliche Erfahrungswerte mit den Stiefeln kann ich daher
nicht an dieser Stelle einfließen lassen.
Weiterhin sei angemerkt, dass es aus dem Hause Alpinestars
speziell für Tourenfahrer entwickelte Stiefel mit hohem
Schaft und hohem Sicherheitsstandard gibt. Diese richten
sich wohl primär an die Besitzer von einer Enduro, dort
passen sie von der Sitzhaltung und natürlich auch wegen ihrer
Optik perfekt zum Zweirad.
Modelle von den üblichen »Tourenstiefel« (wie sie auch weiter
unten auf dieser Seite vorgestellt werden) sind auch im
Programm von Alpinestars vorhanden. Diese dann natürlich
nicht mit der Sicherheit eines Tech 6, dafür dann aber auch
bequemer.
DeeplinkKampfstiefel der
deutschen Bundeswehr
Kampfstiefel aus den 1980er Jahren (Deutschland)
Die Stiefel, welche auf dem Bild zu sehen sind, wurden
jahrzehntelang bei der deutschen Bundeswehr verwendet.
Sie sind extrem haltbar. Ein Paar solcher Stiefel habe ich
nun seit über 20 Jahren in Gebrauch, mein Bruder hatte sie
nach dem Ende seiner Dienstzeit in den 1980ern »gelocht«
mitgebracht.
Da es die Stiefel durch die diversen Depotauflösungen im
Internet nagelneu als Lagerware teilweise ab einem Euro in
einem großen Onlineauktionshaus gab, habe ich mir noch zwei
weitere Paare dieser Stiefel gekauft. Ich glaube die reichen
mir nun bis an mein Lebensende.
Der einzige Haken an der »nagelneuen, unbenutzten Depotware«:
Der Kleber der Sohle kann sich während der langen Lagerzeit
gelöst haben. Aber das kann ein Schuhmacher für kleines Geld
dauerhaft reparieren.
Ich fahre gerne auf dem Motorrad mit diesen Stiefeln, da sie
dank der Schnürung sicher an Fuß und Bein anliegen ohne dabei
zu drücken. Weiterhin kann man absteigen und ganz normal
herumlaufen (im Gegensatz zu den sehr steifen
Motocrossstiefeln).
Nennenswerte Vorteile der Stiefel sind für mich die folgenden
Punkte:
- Eine stabile da verstärkte Ferse sowie ein durch
dickes, strapazierfähiges Leder geschützter Knöchel.
- Stabile, rutschsichere Sohle mit einem Absatz. Ich
»raste« mit dem Absatz sicher und fest auf der »Fußraste«
ein. Somit erfüllt sie den Zweck, welchen sie schon im
Namen trägt.
- Wind- und wasserdicht sind die Stiefel ebenfalls. Die
Schnürung verläuft über einer bis zum Rand vernähten Zunge,
daher sind weder Spritzwasser noch Regen ein Problem.
Natürlich abgesehen von jenem Wasser, welches zum
Stiefelschaft hineinlaufen kann. Dagegen gibt es aber
Regenkombis. Wer mit einer Textilkombi fährt, hat die
Hosenbeine ohnehin nicht im Stiefel.
- Eine öl- und kraftstoffresistente Profilsohle.
- Die Stiefel sind kostengünstig zu reparieren. Sollte
sich die Sohle ablösen oder abgenutzt sein, kann sie bei
jedem beliebigen Schuhmacher für relativ kleines Geld
repariert werden. Es sind keine teuren »Originalsohlen« mit
besonderen Verschraubungen notwendig.
Drei beziehungsweise vier Nachteile haben sie meiner
Meinung nach allerdings:
- Es könnte die Schnürung aufgehen. Der Schnürsenkel
könnte sich irgendwo am Motorrad verfangen oder
schlimmstenfalls von der Kette mitgenommen werden.
- Damit zusammenhängend auch das Problem, welches bei
einem Bekannten zu einem peinlichen Umfaller geführt hat.
Auch er verwendet diese Stiefel und als er cool und lässig
das Bein an der Ampel links herausstellen wollte, hatte
sich eine Schlaufe an seinem Motorrad verfangen. das
Resultat war ein Umfaller mit Schäden an der Verkleidung
und ein neues Blinkerglas war ebenfalls notwendig. Ganz zu
schweigen vom Verlust der Coolness.
- Die Stiefel wurden so konzipiert, dass sie wasserdicht
sind. Das Alter der Stiefel bedeutet natürlich auch, dass
keine moderne Gore-Tex-Membran vorhanden ist. Im Sommer
wird es in den Stiefeln also nicht nur warm, sondern auch
feucht. Der Schweiß kann nicht durch das Leder hindurch
ausdünsten. Bei längeren Fahrten kann man dies auch im
Herbst und Frühling bemerken. Man bekommt im wahrsten Sinne
des Wortes »kalte Füße«.
- Durch die runde, relativ hohe Stiefelspitze wird der
Schaltvorgang leicht behindert. Bisher hatte ich persönlich
noch keine Probleme mit dem Schalten, bei einem dafür
konzipierten Motorradstiefel ist der Vorgang aber natürlich
deutlich bequemer.
Entgegen der Meinung vieler sind die gezeigten Stiefel
übrigens nicht mit einer Stahlkappe bestückt. Dadurch
entfällt die bei anderen Stiefeln mit Metallkappen
vorhandene Gefahr einer zusätzlichen Auskühlung. Etwas weiter
unten gibt es dazu noch mehr zu lesen.
Aufgrund eigener Erfahrungen sollte man bei Kaufinteresse
aufpassen was man angeboten bekommt. Seit etlichen Jahren
gibt es sogenannte »Import-Modelle«. Diese sind optisch an
die Kampfstiefel der Bundeswehr angelehnt, haben jedoch
häufig keinen stabilen Fersenschutz und sind insgesamt
»weicher« aufgebaut. Mal abgesehen davon, dass einige dieser
»Import-Modelle« auch noch nach Jahren bestialisch nach
Gummiausdünstungen stinken, ist die Verarbeitung und
Materialanmutung insgesamt deutlich schlechter.
DeeplinkTourenstiefel aus dem
Hause Daytona Frey
Daytona Frey Roadrunner Tourenstiefel (älteres Modell)
Für viele in Deutschland das Beste was der Markt an
Tourenstiefel zu bieten hat: Produkte aus dem Hause
»daytona«.
Noch bevor ich die Stützräder von meinem blauen Kinderfahrrad
abmontiert bekam, hatten meine Brüder Motorradstiefel von
Daytona an ihren Füßen.
Zumindest kann ich mich noch an die Pappkartons im Schuhregal
erinnern.
Der abgebildete Tourenstiefel (Modell »Roadrunner«) ist schon
etwas älter, aber das sieht man ihm eigentlich nur bei
genauerem Hinsehen an. Da sie keine extrem robuste
Schaltverstärkung besitzen, hat sich dort im Laufe der Zeit
das Leder schon etwas abgenutzt. Modernere Modelle haben dort
in der Regel ein dickeres Leder oder aber eine Applikation
aus Gummi, welche den Verschleiß deutlich mindert.
Die Stiefel sind sehr bequem, der außenliegende
Reißverschluss wird durch ein mit Klettverschluss versehene
Zunge teilweise überdeckt. Durch eine hinter dem
Reißverschluss liegende »Zunge« ist der Stiefel trotz dem
ansich nicht 100%ig wasserdichten Reißverschluss gegen
Spritzwasser gefeit.
Ich fühle mich jedoch nicht ganz so gut geschützt wie im
stabileren Stiefel aus Bundeswehrrestbeständen. Doch zunächst
die Vorteile im Überblick:
- Leichte, bequeme und dennoch schützende Konstruktion.
- Eine Reparatur ist auch bei Daytona direkt möglich.
Somit kann man davon ausgehen, dass neu besohlte Stiefel
wieder »so gut wie neu« zurückkommen.
- »Made in Germany«, was man bei der makellosen
Verarbeitung wirklich als positives Merkmal anführen kann
Von Nachteil könnte lediglich eins sein:
- Der relativ hohe Preis für ein Paar solcher Stiefel.
Das aktuelle Modell »Daytona Travel Star GTX« mit
Gore-Tex-Membran, Verstärkungen im Knöchelbereich, einem
vollständig abgedeckten Reißverschluss,
verwindungshemmender Stahleinlage und der von mir
vermissten Schaltverstärkung auf der Stiefeloberseite
schlägt etwa mit 270 Euro zu Buche.
Dafür erhält man jedoch ein paar Stiefel, welche bei
guter Pflege jahre- oder sogar jahrzehntelang genutzt werden
können. In manchen Foren wird solchen Stiefeln auch eine
gewisse »Allroundfähigkeit« bescheinigt. Man kann mit ihnen
sehr gut Motorradfahren, aber auch einige Meter mit ihnen
laufen wenn dies aus welchen Gründen auch immer notwendig
werden sollte und die Turnschuhe gerade nicht im Koffer
mitgeführt wurden.
DeeplinkTourenstiefel von IXS mit
Gore-Tex
IXS Tourenstiefel mit Gore-Tex
Zum »bequemen Runterreiten« und um den Geldbeutel zu
schonen habe ich mir ein paar gebrauchte IXS Tourenstiefel
gekauft.
Diese trage auf in dem ich sie anziehe wenn ich auch noch
darin herumlaufen werde, beispielsweise beim Einkaufen in der
Stadt.
Verglichen mit den Daytona Roadrunner sind sie spürbar
»steifer«, was nicht nur an den Knöchelverstärkungen und dem
von mir bei dem Stiefel von Daytona so vermissten
Schaltverstärkung liegt.
Hat man mehrere Stiefel zur Auswahl, fällt einem im direkten
Vergleich der Unterschied beim Leder auf. Dies kann jeder für
sich in einem Motorradfachgeschäft selbst ausprobieren. Auch
die in der Regel immer etwas steifen nagelneuen Stiefel im
Regal sind dann doch »unterschiedlich steif«.
Günstigere Materialien ermöglichen einen günstigeren Preis.
So ist das von mir getragene Modell von IXS mit einem
Neupreis von etwa 100 Euro um zwei Drittel günstiger als
aktuelle Modelle von Daytona. Jedoch gibt es natürlich auch
bei IXS Modelle jenseits der 250 Euro. Auch hier sind
sichtbare und (beim Tragen) spürbare Unterschiede
vorhanden.
Nicht unbedingt von IXS, aber von anderen Herstellern und
sogenannten »Hausmarken« gibt es Tourenstiefel, welche zwar
von der Optik her nahezu identisch wirken, sich jedoch vom
Tragekomfort wie auch der Verarbeitung deutlich
unterscheiden. Hier hilft auch wieder die Beratung im
Fachgeschäft weiter. Vor dem Kauf sollte man sich dennoch
nach Bewertungen durch Benutzer zu den jeweiligen Stiefeln im
Internet umschauen. So mancher Stiefel zeigt sein wahres
Gesicht erst nach ein paar Monaten in Benutzung. Da in
Deutschland nach wenigen Monaten die Beweislastumkehr
eintritt, sollte man schon zuvor wissen, wo man genauer
hinschauen sollte.
DeeplinkKampfstiefel (Modell
2000)
Kampfstiefel Modell 2000 (deutsche Bundeswehr)
Seit 2007 verwendet die deutsche Bundeswehr einen neuen
beziehungsweise einen im Detail verbesserten und veränderten
Kampfstiefel.
Das Resultat davon ist, dass Depotware der »älteren« Stiefel
(ab 2000) für relativ wenig Geld bei diversen Army-Shops oder
über das Internet erhältlich sind.
Teilweise bekommt man für nicht mal 10 Euro pro Paar die
Stiefel ungetragen regelrecht »hinterhergeworfen«. Das von
der schweizerischen Armee verwendete Modell »Kampfstiefel 90«
ist dem abgebildeten Stiefel recht ähnlich, jedoch ein
kleines bischen höher (wenn ich mich recht erinnere).
Verglichen mit den alten Kampfstiefeln der deutschen
Bundeswehr ist das Modell bequemer, funktionaler und bietet
beim Einsatz als Stiefel zum Laufen sowohl Schutz wie auch
Stabilität.
Durch die niedrigere Schafthöhe passt meine Stiefelhose zwar
gerade noch so hinein, aber sie »arbeitet« sich bedingt durch
das Absetzen des Fußes an Ampeln im Stadtverkehr langsam aber
sicher aus dem Stiefel heraus. Nicht wirklich dramatisch,
aber eben ein kleines Detail, was irgendwie auf die Nerven
gehen kann. Wer seine Textilhose über den Stiefeln trägt, ist
davon natürlich nicht betroffen.
Wie schon die alten Stiefel ist die Zunge bis zum Schaftende
mit dem Stiefel vernäht. Ein Eindringen von Waser ist (außer
durch den Schaft selbst) somit sehr unwahrscheinlich. Im
Bereich von Ferse und vorne an der Spitze sind Verstärkungen
aus Kunststoff integriert. Diese sollen Fuß und Ferse
schützen.
Das nicht aus Metall sind wirkt positiv auf Fahrten in der
kälteren Jahreszeit aus: Es wird nicht unnötig kalt an den
Zehen.
DeeplinkGefütterte
Seestiefel der deutschen Marine
Die sogenannten »Seestiefel« der deutschen Marine sind
auch unter der Bezeichnung »Knobelbecher« bekannt. Auch von
ihnen gibt es inzwischen viele Repliken mit mehr oder weniger
gelungener Übernahme der Eigenschaften. Die Modelle, welche
ich kaufen konnte, sind innen dick gefüttert und sorgen daher
auch bei Fahrten bei kälteren Außentemperaturen für warme
Zehen.
Ein Hauch von »CHiPs« (falls jemand die Serie noch kennt).

Jedoch werden von den motorradfahrenden Polizeibeamten in den
USA andere Stiefel verwendet. Bei den dort verwendeten
Modellen befindet sich beispielsweise der Reißverschluss in
der Regel hinten am Schaft und nicht wie bei den abgebildeten
Seestiefeln seitlich.
Seestiefel der deutschen Marine
Probleme beim Schaltvorgang sind möglich
Die hohen Lederstiefel mit einem warmen Fellfutter sind ideal
für all jene, welche auch in Frühjahr und Herbst auf ihrem
Zweirad unterwegs sind, aber nicht an den Zehen und Waden
frieren wollen. Durch einen Riemen am oberen Ende des Schafts
kann der Stiefel nach dem Anziehen an die Wadenweite
angepasst werden. Der eigentliche Verschluss besteht aus
einem außen angebrachten Reißverschluss.
Konstruktionsbedingt hat der Stiefel jedoch einige Nachteile,
welche nicht verschwiegen werden sollten:
- Durch den seitlichen Reißverschluss lässt sich zwar
bequem ein- und aussteigen, jedoch befindet sich hinter dem
Reißverschluss keine durchgehende Zunge bis zum Schaftende.
Wasser kann hier eindringen, insbesondere direkt am
Reißverschlussansatz auf Höhe des Knöchels.
- Es gibt keine Möglichkeit den Stiefel im Bereich des
Knöchels zu fixieren. Er ist so weit oder so eng wie er am
jeweiligen Fuß ist. Dadurch wirkt der Stiefel im Bereich
des Knöchels immer ein wenig »locker« und »schwammig«
während er an den Zehen und im Fußbett fest anliegt.
- Durch die Form der Stiefelspitze kann es beim Schalten
zu Problemen kommen. Da der Stiefel an meinem Fuß weit
genug heruntergedrückt werden kann bevor das Leder auf dem
Schienbein glatt gezogen ist, konnte ich noch problemlos
schalten. Beim Hochschalten musste ich jedoch den Fuß immer
»seitlich einfädeln«, von oben konnte ich nicht zwischen
Fußraste und Schalthebel hindurchrutschen.
Die sogenannten »Engineer-Boots«, welche es auch in
einer gefütterten Variante von vielen Anbietern im
Motorradfachhandel gibt, sind vermutlich eine bessere Wahl.
Insbesondere wenn sie am Spann (der Fußoberseite) einen
Riemen für die Arretierung besitzen. Dafür sind diese dann
auch deutlich teurer.
DeeplinkStiefel mit Stahlkappen
Dr. Martens »made in england« mit Stahlkappe
Praktisch beim Arbeiten in einer Werkstatt, praktisch
auch beim Schlangestehen (es macht nichts aus wenn einem
jemand auf die Stahlkappe tritt). Aber zum Motorradfahren
meiner Meinung nach ungeeignet.
Ich habe sie 1999 gekauft – um sie als Arbeitsschuhe
beziehungsweise -stiefel zu verwenden.
Mit richtige Sicherheitsschuhen konnte ich mich nicht so
recht anfreunden, schließlich ging es nur um einen
befristeten Job. Die »Doc's« konnte ich danach noch
einfach weitertragen und sie haben auch das eine oder andere
Konzert von »Deep Purple« über »Monster Magnet« bis zu
irgendwelchen unbekannten »Nu-Metal-Bands« mitgemacht und mir
dabei im Gedränge meine Zehen geschützt.
Auf dem Motorrad würde (und werde) ich sie jedoch nie
verwenden, da Schaft und Ferse nicht sonderlich stabil sind
und dann ist da auch noch die Stahlkappe.
Die Stahlkappe mag vor einem herunterfallenden Hammer
schützen, bei einem Motorradunfall könnte sie sich jedoch
anders als gewünscht verformen und so zusätzliche
Verletzungen hervorrufen. Zudem bleibt die Problematik des
auskühlenden Metalls bei kälteren Temperaturen. Im Herbst und
Frühling habe ich schon beim normalen Einsatz als
Straßenschuhe recht »frische« Zehen. Wie es im kühlen
Frühling oder Herbst nach 100 km mit unbewegten Füßen auf
einem Motorad aussieht? Ich will es gar nicht ausprobieren
oder sonstwie am eigenen Leib erfahren müssen.
Deeplink»Motorradstiefel«
vom Lebensmitteldiscounter
Als Negativbeispiel par excellence können viele der
»Motorradstiefel« dienen, welche dieser Bezeichnung
eigentlich gar nicht gerecht werden. Vom Wühltisch der
bekannten Lebensmitteldiscounter erhält der mutige Käufer
folgendes: Hartes, unbequemes (Kunst)Leder als Obermaterial,
eine mäßig verklebte Sohle und ein schon von Beginn an häufig
nicht sauber laufender Reißverschluss.
Nicht nur das es unter Umständen zwickt und drückt, ob die
suggerierte Sicherheit wirklich vorhanden ist oder aber sich
der Stiefel dann wenn es darauf ankommt sich nicht einfach in
seine Bestandteile auflöst will vermutlich niemand am eigenen
Leib ausprobieren.
DeeplinkAuf gar keinen Fall:
Turnschuhe
Adidas Samba
Häufig zu sehen und gerne auch mit dem
»Fahrradargument« als Rechtfertigung genutzt. Schließlich
sind die Schuhe, welche man beim Fahrradfahren trägt auch
nicht stabiler.
Richtig. Aber die wenigsten Fahrräder wiegen mehr als 100 kg
wenn man beispielsweise einfach nur umkippt und der Fuß unter
dem Motorrad liegt.
Ihr spielt nicht mit Motorradstiefeln an den Füßen Fußball,
Handball oder Tennis? Ich auch nicht. Umgekehrt sollte man
auch beim Motorradfahren das passende, schützende Schuhwerk
nutzen: Knöchelschützendes Schuhwerk in Form von Stiefeln.